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Richtlinien zur Nutzung des Archiv- und Backupsystems

Stand:  

Version: 2.1

Diese Richtlinien beschreiben fachspezifische Aspekte des Betriebs und Vorgaben, die bei der Nutzung des Dienstes zu beachten sind. Sie ergänzen die Benutzungsrichtlinien für Informationsverarbeitungssysteme des LRZ, sowie die jeweiligen Benutzungsrichtlinien der Hochschule oder Organisation, die der Nutzer/die Nutzerin angehört.

Geltungsbereich und nutzungsberechtigte Personen und Einrichtungen

Diese Richtlinien gelten für alle Nutzer des Dienstes und die vom LRZ dafür bereitgehaltene IT-Infrastruktur. Nutzungsberechtigt sind Mitarbeiter und Studierende der Technischen Universität München, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, sowie weitere registrierte bayerische Hochschulen und Institutionen gemäß LRZ Dienstleistungskatalog.

Lesbarkeit der Daten

Das Leibniz-Rechenzentrum bemüht sich nach Kräften, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln die bestmöglichen technischen Voraussetzungen für eine hohe Lebensdauer und Sicherheit der Daten zu schaffen. Dazu gehören auch adäquate klimatechnische Voraussetzungen und der Gebäudeschutz.

Haftung

Eine hundertprozentige Garantie für die unbefristete Lesbarkeit der Daten auf den Speichersystemen gibt es nicht. Weder der Hersteller der Speichersysteme bzw. der genutzten Software noch das LRZ als Dienstleister können im Fehlerfall haftbar gemacht werden. Die genannten Sicherungsmaßnahmen schaffen zuverlässige Rahmenbedingungen. Sie sind dennoch kein garantierter Schutz etwa gegen Bedienfehler. Die korrekte Anwendung und Konfiguration des Diensts liegt in der Verantwortung des Nutzers.

Verantwortung für Dateiinhalte

Für die Rechts- und Verfassungskonformität der Inhalte der gespeicherten Daten ist alleinig der Nutzer/die Nutzerin des Dienstes verantwortlich. Der Nutzer verpflichtet sich, sensible Daten (z.B. personenbezogene Daten) nicht unverschlüsselt zu speichern und nicht unberechtigt Dritten zugänglich zu machen.
Standardmäßig werden am Leibniz-Rechenzentrum alle Daten unverschlüsselt gespeichert. Für die Sicherstellung der Interpretierbarkeit der Daten ist der Kunde/die Kundin selbst verantwortlich.

Datensicherheit, Verschlüsselung

Die Daten werden ausschließlich auf LRZ-eigenen Geräten in den Datenräumen des Rechenzentrums unverschlüsselt gespeichert. Das LRZ trifft angemessene Vorsichtsmaßnahmen, dass die Sicherheit und Unversehrtheit der Daten gewahrt wird. Weiterhin sorgt das LRZ mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dafür, dass kein unberechtigter Zugriff von außen auf die im Speichersystem liegenden Daten möglich ist.
Die Daten werden nur dann an Dritte weitergegeben, wenn gesetzliche Verpflichtungen eingehalten werden müssen.

In bestimmten Fällen, z.B. bei Archivdaten, werden die Daten zusätzlich auf LRZ-eigenen Geräten in den Datenräumen eines zweiten Rechenzentrums gespeichert.
Die Daten gehen per Voreinstellung auch unverschlüsselt vom Client aus über das Netz zum Server. Vom Kunden kann eine AES 128-bit oder eine DES 56-bit Verschlüsselung am ISP-Client aktiviert werden. Die Verwahrung und Verwaltung des Schlüssels liegt alleinig beim Kunden. Bei Verlust des Schlüssels ist eine Dechiffrierung nicht mehr möglich.

Datenschutz gemäß DSGVO

Der Umgang mit personenbezogenen Daten ist in der LRZ Datenschutzerklärung geregelt.

Verfügbarkeit, Wartungszeiten

Das LRZ bemüht sich nach besten Kräften die höchstmögliche Verfügbarkeit sicherzustellen. Aus diesem Grund sind die wichtigsten Komponenten des Systems redundant konfiguriert. Eine jährliche Verfügbarkeit der Systeme von mindestens 96% wird angestrebt. Arbeiten an der Behebung von Störungen sind nur werktags zu den üblichen Geschäftszeiten garantiert. Für alle Hard- und Software-Komponenten wurden Wartungsverträge mit den Herstellern abgeschlossen. Die vereinbarten SLAs decken im Regelfall nur die üblichen Geschäftszeiten an Werktagen mit einer Vorort-Reaktion innerhalb des nächsten Arbeitstages ab. Durch geplante Wartungsarbeiten an Hard- und Software notwendige Betriebsunterbrechungen werden in den aktuellen LRZ-Informationen mit mehreren Tagen Vorlauf angekündigt. In Ausnahmefällen (Notfallwartung) kann auch eine sofortige Betriebsunterbrechung angekündigt werden.

In der Regel gelten folgende Vorlaufzeiten für die Ankündigung:

  • Unterbrechung kürzer als 1 Stunde: 1 Arbeitstag
  • Unterbrechung kürzer als 1 Tag: 5 Arbeitstage
  • Unterbrechung länger als 1 Tag: 15 Arbeitstage

Aufbewahrungsdauer, Löschung von Daten

Lebensdauer eines Nodes
Archiv- und Backupdateien werden in so genannten Nodes verwaltet. Ein Node entspricht in der Regel einem Rechner, von dem gesichert oder archiviert werden soll. Nodes werden auf den ISP-Servern zusammen mit einer nutzungsberechtigten Kennung, die einem LRZ-Projekt zugeordnet ist, registriert. Diese Kennung ist in der Regel personenbezogen, der Inhaber der Kennung ist maßgeblicher Ansprechpartner für das LRZ und als Eigentümer der archivierten, bzw. gesicherten Daten alleinig für die Inhalte verantwortlich. Insbesondere kann das Löschen eines Nodes und seiner Daten in der Regel ausschließlich durch den Kennungs-Inhaber veranlasst werden.

Erfolgt unter einem Node länger als 18 Monate kein Zugriff, versucht das LRZ den Inhaber der Kennung, dem der Node zugeordnet ist, zu erreichen. Wird der Besitzer der Kennung innerhalb weiterer drei Monate nicht erreicht, werden die Daten dieses Nodes auf den Masteruser des Projekts übertragen, unter dem die Kennung vergeben wurde.
Wird ein LRZ-Projekt nicht verlängert bzw. dessen Löschung beantragt, werden auch die zugehörigen Kennungen, die ISP-Nodes und die darunter gespeicherten Daten gelöscht.  Diese Regelung hat Vorrang vor der im nächsten Punkt dargestellten Fristenregelung und schränkt damit die Aufbewahrungsdauer von Dateien zusätzlich ein. Das LRZ behält sich vor, dieses Konzept im Bedarfsfall nach entsprechender Ankündigung und Vorlaufzeit zu ändern.


Aufbewahrungsdauer der Archivdaten
Während der Lebensdauer eines Nodes (siehe oben) werden Archiv-Dateien per Voreinstellung für 10 Jahre lang aufbewahrt. Nach Ablauf der 10 Jahre, gerechnet vom Zeitpunkt der Archivierung, werden die Daten automatisch ohne vorherige Rückfrage gelöscht. Auf rechtzeitige Anfrage VOR der Speicherung der Daten kann die Aufbewahrungsdauer in besonderen begründeten Fällen auch für einen noch längeren Zeitraum festgelegt werden (Langzeitspeicherung). Nachträgliche Änderungen sind nicht möglich.
Wenn die Aufbewahrung der Daten am LRZ nicht mehr gewährleistet werden kann, (z.B. bei Einstellung des Archivierungsdiensts oder einem Systemwechsel), wird der Kunde frühzeitig darüber informiert.


Kopien der Archivdaten
Von Archiv-Dateien wird am LRZ per Voreinstellung eine zusätzliche Kopie auf einem weiteren Magnetband angelegt. Somit liegen Archivdateien auf mindestens zwei unterschiedlichen Magnetbändern. Soweit wirtschaftlich sinnvoll machbar wird die zusätzliche Archivkopie an einem geographisch entfernten Rechenzentrum aufbewahrt, um das Risiko eines Datenverlusts weiter zu minimieren. Das LRZ behält sich vor, dieses Konzept im Bedarfsfall nach entsprechender Ankündigung zu ändern. Die Erstellung der Zweitkopie erfolgt zeitverzögert. Um einem Datenverlust bei Medienfehlern auf der Erstkopie vorzubeugen empfiehlt es sich, die Daten nach dem Archiverungsvorgang nicht sofort aus dem eigenen Datenbestand zu löschen, sondern die Generierung der Zweitkopie abzuwarten (in der Regel < 1 Woche).


Aufbewahrungsdauer der Backupdaten
Von Backup-Dateien werden am LRZ per Voreinstellung von jeder Datei bis zu 3 Versionen aufbewahrt. Auf Nachfrage kann die Anzahl der Versionen auch erhöht werden. Die inaktiven, sprich am Client nicht mehr vorhandenen Versionen einer Datei werden nach 6 Monaten automatisch gelöscht, aktive Versionen werden einzeln nie gelöscht. Die Lebensdauer der aktiven Versionen richtet sich nach der Lebensdauer des zugehörigen Nodes.

Sperrung

Das LRZ behält sich das Recht vor, die Nutzung des Diensts und damit den Zugang zu den gespeicherten Daten in Einzelfällen zu sperren. Der Dienst wird zum Beispiel gesperrt, wenn der Nutzer/die Nutzerin gegen geltendes Recht oder die hier genannten Richtlinien verstößt.

Beschränkung der Datenmenge

Zurzeit wird die Datenmenge, die im Backup- und Archivsystem abgelegt werden darf, nicht beschränkt. Bei der Anmeldung eines Nodes wird lediglich eine Abschätzung der zu erwartenden Datenmenge verlangt. Größere spätere Änderungen im zu speichernden Datenumfang müssen über das LRZ-Servicedesk rechtzeitig mitgeteilt werden. Bei übermäßiger Abweichung vom angegebenen Datenvolumen behält sich das Leibniz-Rechenzentrum vor, regulierende Schritte einzuleiten.
Es liegt in der Verantwortung des Kunden, in Absprache mit dem LRZ die Größe des Datenbestands innerhalb eines Nodes auf ein sinnvolles Maß zu beschränken. Nodes mit sehr großem Datenumfang, bzw. mit sehr starkem Datenwachstum müssen u. U. aufgeteilt werden.
Die sinnvolle Auswahl der Dateien und Dateisysteme, die gesichert werden sollen, wird allein vom Kunden vorgenommen.
Der Kunde löscht oder veranlasst die Löschung von Daten und Nodes, die nicht mehr benötigt werden.
Der Kunde verpflichtet sich, den Backup- und Archivdienst hinsichtlich des Datentransfers und des zu sichernden Datenvolumens kontinuierlich zu überwachen und zu prüfen. Der Kunde kann sich jeder Zeit einen Überblick über seine gesicherten und archivierten Daten und den Zustand der Serversysteme über das Service-Portal DATWeb des LRZ verschaffen. Zusätzlich erhält der Ansprechpartner eines Nodes jeden Monat eine Statusmeldung via E-Mail.

Weitere Pflichten des Kunden

  • Der First Level Support obliegt dem Nutzer selbsst bzw. dem lokalen ISP-Verwalter in den Instituten.

    Das LRZ kann nur sehr eingeschränkt Hilfestellung bei der Installation/Konfiguration der Client-Software und bei auftretenden Problemen geben und versteht sich als Second Level Support bei auftretenden Problemen.

  • Es liegt in der Verantwortung des Kunden durch regelmäßige Updates für einen aktuellen Stand seines Systems und des ISP-Clients zu sorgen, um die Gesamtkompatibilität zu gewährleisten.
    Grundsätzlich kann das Leibniz-Rechenzentrum Supportanfragen nur bearbeiten, wenn der ISP-Client vom Hersteller für die eingesetzte Hardware und Software freigegeben ist und sich auf einem vom Hersteller unterstützen Release Level befindet.

  • Der Nutzer ist verpflichtet, die an ihn versandten Service-Mitteilungen zur Kenntnis zu nehmen und im Bedarfsfall zeitnah zu beantworten bzw. Einspruch zu erheben. Die Mitteilungen gelten als akzeptiert, wenn nicht innerhalb eines Monats Einspruch erhoben wird.
  • Der Nutzer ist für die Korrektheit und Aktualität der Angaben, die er bei der Registrierung eines Nodes macht, und die das LRZ benötigt, um seinen Lizenzverpflichtungen nachzukommen, verantwortlich. Solche Angaben sind z.B. Architektur und Verwendungszweck (Server/Desktop) des Systems, für das TSM genutzt wird.

Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Richtlinie unwirksam oder undurchführbar sein oder nach Inkrafttreten unwirksam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit der Regelungen dieser Richtlinie im Übrigen unberührt.

Schlussbestimmungen

Das LRZ behält sich das Recht vor, die diese Richtlinien zu ändern. Änderungen könnnen unter anderem wegen zwingender gesetzlicher Vorschriften notwendig werden. Es wird empfohlen, sich die jeweils aktuellen Nutzungsrichtlinien von Zeit zu Zeit erneut durchzulesen. Diese Richtlinie ist unmittelbar gültig und ersetzt alle früheren Richtlinien.



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